Nahrungsergänzungsmittel – sinnvoll oder Geldverschwendung?

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Vitamine liegen im Trend

Nahrungsergänzungsmittel gehören seit Jahren zu den beliebtesten Gesundheitsprodukten. Kaum ein Drogeriemarkt, kaum eine Apotheke und kaum ein Online-Shop kommt ohne ein umfangreiches Angebot an Vitaminen, Mineralstoffen und anderen Nahrungsergänzungsmitteln aus.

Die Versprechen klingen oft verlockend:

  • mehr Energie
  • ein stärkeres Immunsystem
  • bessere Konzentration
  • gesündere Haut
  • mehr Leistungsfähigkeit
  • Schutz vor Krankheiten

Viele Menschen fragen sich deshalb:

  • Brauche ich zusätzliche Vitamine?
  • Welche Präparate sind sinnvoll?
  • Sind teure Produkte automatisch besser?
  • Worauf sollte ich beim Kauf achten?

Die ehrliche Antwort lautet:

Manchmal ja – oft aber auch nicht.

Was sind Nahrungsergänzungsmittel?

Nahrungsergänzungsmittel sind Lebensmittel, die dazu dienen sollen, die normale Ernährung zu ergänzen.

Typische Inhaltsstoffe sind:

  • Vitamine
  • Mineralstoffe
  • Spurenelemente
  • Omega-3-Fettsäuren
  • Aminosäuren
  • Pflanzenextrakte
  • Ballaststoffe

Wichtig zu wissen:

Nahrungsergänzungsmittel sind keine Arzneimittel.

Sie dürfen deshalb weder Krankheiten heilen noch entsprechende Wirkungen versprechen.

Anders als Medikamente durchlaufen Nahrungsergänzungsmittel außerdem kein behördliches Zulassungsverfahren, bei dem Wirksamkeit, Sicherheit und Qualität in gleicher Weise geprüft werden.

Ein wichtiger Unterschied zu Arzneimitteln

Viele Verbraucher gehen davon aus, dass Nahrungsergänzungsmittel denselben Qualitätsanforderungen unterliegen wie Arzneimittel.

Das ist nicht der Fall.

Für Arzneimittel gelten sehr strenge gesetzliche Anforderungen hinsichtlich:

  • Herstellung
  • Rohstoffqualität
  • Reinheit
  • Stabilität
  • Dokumentation
  • Chargenkontrolle

Die Einhaltung dieser Vorgaben wird regelmäßig überwacht.

Bei Nahrungsergänzungsmitteln existieren solche arzneimittelrechtlichen Anforderungen nicht in gleicher Form.

Das bedeutet nicht automatisch, dass Nahrungsergänzungsmittel schlecht sind. Es bedeutet aber, dass die Qualitätsunterschiede zwischen einzelnen Herstellern deutlich größer sein können.

Warum die Qualität bei Nahrungsergänzungsmitteln so unterschiedlich sein kann

Es gibt Hersteller, die ihre Nahrungsergänzungsmittel freiwillig nach sehr hohen Qualitätsstandards produzieren.

Teilweise orientieren sie sich sogar an den Anforderungen der Arzneimittelherstellung.

Andere Hersteller beschränken sich dagegen auf die gesetzlichen Mindestanforderungen.

Für Verbraucher entsteht dadurch ein Problem:

Von außen lässt sich die tatsächliche Qualität oft kaum beurteilen.

Die Verpackung sieht professionell aus, die Werbeaussagen klingen überzeugend und die Inhaltsstoffe wirken auf den ersten Blick vergleichbar.

Ob die verwendeten Rohstoffe hochwertig sind, ob die angegebenen Mengen tatsächlich enthalten sind oder wie sorgfältig produziert wurde, kann ein Laie meist nicht erkennen.

Warum der günstigste Preis nicht immer die beste Wahl ist

Im Internet finden sich oft sehr günstige Nahrungsergänzungsmittel.

Der Preis allein sagt jedoch wenig über die tatsächliche Qualität aus.

Entscheidend sind unter anderem:

  • Herkunft der Rohstoffe
  • Reinheit
  • Produktionsstandards
  • Stabilität der Inhaltsstoffe
  • Qualitätskontrollen

Gerade bei Produkten, die über längere Zeit eingenommen werden, sollte die Qualität eine wichtige Rolle spielen.

Brauchen gesunde Menschen überhaupt Nahrungsergänzungsmittel?

In vielen Fällen lautet die Antwort: nein.

Wer sich ausgewogen ernährt, ausreichend Obst und Gemüse isst, auf eine gute Eiweißversorgung achtet und sich regelmäßig bewegt, kann seinen Bedarf häufig gut decken.

Eine ausgewogene Ernährung bleibt die wichtigste Grundlage für die Gesundheit.

Kein Nahrungsergänzungsmittel kann schlechte Ernährungsgewohnheiten dauerhaft ausgleichen.

Wann Nahrungsergänzung sinnvoll sein kann

Es gibt jedoch Situationen, in denen Nahrungsergänzungsmittel sinnvoll oder sogar ausdrücklich empfohlen werden.

Vitamin D

Vitamin D ist in Deutschland besonders häufig Thema.

Da ein großer Teil des Vitamin D durch Sonneneinstrahlung gebildet wird, können insbesondere in den Wintermonaten niedrige Spiegel auftreten.

Ob eine Ergänzung sinnvoll ist, sollte individuell beurteilt werden.

Folsäure bei Kinderwunsch

Frauen mit Kinderwunsch und in der frühen Schwangerschaft wird die Einnahme von Folsäure ausdrücklich empfohlen.

Hier ist der Nutzen wissenschaftlich sehr gut belegt.

Vitamin B12 bei veganer Ernährung

Menschen mit veganer Ernährung sollten besonders auf ihre Vitamin-B12-Versorgung achten.

Vitamin B12 kommt nahezu ausschließlich in tierischen Lebensmitteln vor.

Eisen

Eisenpräparate sollten möglichst nicht ohne vorherige Abklärung eingenommen werden.

Nicht jede Müdigkeit ist automatisch ein Eisenmangel.

Besondere Lebenssituationen

Auch chronische Erkrankungen, bestimmte Medikamente oder Resorptionsstörungen können einen erhöhten Bedarf verursachen.

Mehr hilft nicht automatisch mehr

Viele Menschen gehen davon aus, dass Vitamine grundsätzlich harmlos sind.

Das stimmt nicht immer.

Einige Vitamine und Mineralstoffe können bei zu hoher Dosierung gesundheitliche Probleme verursachen.

Beispiele sind:

  • Vitamin A
  • Vitamin D
  • Eisen
  • Selen

Deshalb sollten Nahrungsergänzungsmittel nicht wahllos und dauerhaft in hohen Dosierungen eingenommen werden.

Vorsicht vor Gesundheitsversprechen

Besonders im Internet werden Nahrungsergänzungsmittel häufig mit spektakulären Aussagen beworben.

Typische Beispiele:

  • stärkt das Immunsystem
  • aktiviert die Selbstheilungskräfte
  • entgiftet den Körper
  • verlangsamt den Alterungsprozess
  • verbessert die Zellgesundheit

Für viele dieser Aussagen fehlen belastbare wissenschaftliche Belege.

Deshalb lohnt sich ein kritischer Blick auf Werbeversprechen.

Nahrungsergänzungsmittel und Medikamente

Ein häufig unterschätztes Thema sind Wechselwirkungen.

Auch Nahrungsergänzungsmittel können die Wirkung von Arzneimitteln beeinflussen.

Dazu gehören beispielsweise:

  • Johanniskraut
  • Magnesium
  • Calcium
  • Eisenpräparate
  • hochdosierte Vitamine

Wer regelmäßig Medikamente einnimmt, sollte Nahrungsergänzungsmittel deshalb nicht ohne Rücksprache verwenden.

Warum die persönliche Beratung wichtig ist

Die entscheidende Frage lautet nicht:

"Welches Nahrungsergänzungsmittel ist das beste?"

Sondern:

"Brauche ich überhaupt eines?"

Und falls ja:

"Welches Produkt bietet die passende Qualität?"

Gerade hier profitieren Verbraucher von einer qualifizierten Beratung.

Denn die Unterschiede zwischen einzelnen Produkten sind für Laien oft nicht erkennbar.

Unser Tipp aus der Apotheke

In der St. Leonhard Apotheke Kirchheim und der Hubertus Apotheke Thannhausen erleben wir täglich, wie unterschiedlich die Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden sind.

Während manche Menschen tatsächlich von einer gezielten Nahrungsergänzung profitieren können, geben andere viel Geld für Produkte aus, die ihnen keinen erkennbaren Nutzen bringen.

Zudem sehen wir regelmäßig große Qualitätsunterschiede zwischen verschiedenen Herstellern.

Wir beraten deshalb nicht nur zur Frage, ob eine Nahrungsergänzung sinnvoll ist, sondern auch zur Auswahl qualitativ hochwertiger Produkte.

Unser Ziel ist nicht, möglichst viele Präparate zu verkaufen, sondern gemeinsam die sinnvollste Lösung für Ihre persönliche Situation zu finden.

Fazit

Nahrungsergänzungsmittel können in bestimmten Situationen sinnvoll sein und helfen, einen nachgewiesenen Bedarf auszugleichen.

Sie sind jedoch keine Wundermittel und ersetzen keine ausgewogene Ernährung.

Besonders wichtig ist zu wissen, dass Nahrungsergänzungsmittel nicht denselben Qualitätsanforderungen unterliegen wie Arzneimittel.

Zwar gibt es Hersteller mit sehr hohen Qualitätsstandards, diese Unterschiede sind für Verbraucher jedoch häufig nicht erkennbar.

Deshalb lohnt sich eine individuelle Beratung, bevor dauerhaft Nahrungsergänzungsmittel eingenommen werden.

So vermeiden Sie unnötige Ausgaben und treffen fundierte Entscheidungen für Ihre Gesundheit.

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